Weitenhagen

Die Deutung des Namens Weitenhagen ist in verschiedener Weise versucht worden. Es kann auch ein deutscher oder slawischer Personenname, doch auch ein Herkunftsname sein. Überreste einer slawischen Besiedlung konnten in der Umgebung nicht gefunden werden. Zu vermuten ist wohl, dass analog zu den benachbarten Hagendörfern, bei denen das Bestimmungswort ein Eigenwort ist die Annahme richtig ist, dass auch in Weitenhagen das Bestimmungswort ein Eigenname ist. (Schreibweise: Woythenhagen).
Alles spricht dafür, dass Weitenhagen eine germanische Dorfgründung aus grauer Vorzeit ist.
In den Kriegen der folgenden Jahrhunderte wurde mancher Bauernhof zerstört und die Bauern litten unter der Einquartierung fremder Soldaten.
1631 waren in Weitenhagen noch 2 Bauern und 1 Katner ansässig. Auch 20 Jahre später, 1653, bestanden nur 3 Höfe. In Herausbildung der Leibeigenschaft und der Entwicklung landwirtschaftlicher Großbetriebe verlor Weitenhagen im 18. Jahrhundert seinen bäuerlichen Charakter vollständig. 1697 verzeichnet die schwedische Matrikelkarte noch 4 bäuerliche Hofstellen. 1730 wurden 2 Hofstellen gelegt und ihr Land dem neuen Ackerwerk Schönwalde zugeschlagen. Man  strebte danach, für die Bewirtschaftung besser geeignete große Flächen zu schaffen  (sogen. Bauernlegen). So entstanden Höfe und Vorwerke, die von der Universität verpachtet wurden. Die Bauern wurden zu kleinen Büdnern, die nur noch wenige Morgen eigenes Land besaßen oder zu Tagelöhnern. In Weitenhagen und Potthagen gab es keinen großen Hof, die Büdner arbeiteten in Grubenhagen oder Schönwalde. Die meisten Leute im Dorf waren Wald- oder Torfarbeiter. Die Leibeigenschaft wurde 1810 aufgehoben. Die Abhängigkeit der Büdner und Tagelöhner von der Universität hat bis nach 1870 bestanden. So wurde Weitenhagen zum Handwerkerdorf. Diese Handwerker hatten etwa einen halben pommerschen Morgen Ackerland in ihrem Besitz, den sie im Nebenberuf bestellten. 1722 gab es in Weitenhagen zwei Rademacher, zwei Schneider, einen Leineweber und einen Schuster. Einer dieser Handwerker, ein Schuster namens Peter Timm, verwaltete seit 1714 das Küsteramt und war gleichzeitig der erste Schullehrer in Weitenhagen.
Die “ Katenleute” wie die Handwerker mit ihrem geringen Landbesitz auch genannt wurden, bemühten sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ihre landwirtschaftliche Erwerbsbasis zu verbreitern. Die industrielle Entwicklung bot für die handwerkliche Einzelarbeit immer weniger Lebensgrundlage. Sie pachteten Teile vom Pfarracker oder vom Greifswalder Stadtacker, der sich an den Pfarracker anschloss. Manchem Eigentümer gelang es durch Ankauf von Acker in der Stadtfeldmark seine Wirtschaft auf 100 Morgen zu vergrößern. Das hatte zur Folge, dass die vorhandenen Wirtschaftgebäude nicht mehr dem Bedarf entsprachen. Durch Neu- und Umbauten veränderte sich auch das Aussehen des Dorfes.
(Quelle: Greifswald und seine Umgebung, Stadtarchiv Greifswald, HB 2. 3. 4.6.9.)

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Weitenhagen

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Weitenhagen 54.051069, 13.409305 Weitenhagen

 

Viele Informationen dieser Seite wurden der Dorfchronik (Nykamp, Hendrik (2006): Geschichtliches über Weitenhagen, Eine Chronik – Von der Vorzeit bis zur Gegenwart.) entnommen.