Potthagen

Der Ortsname ist wahrscheinlich ein Kuriosum. Der Pächter eines an der alten Landstraße von Greifswald nach Gützkow gelegenen Kruges namens May, entdeckte in den Jahren vor 1727 zwei bronzezeitliche Hügelgräber, die heute noch vielfach als „Hünengrab“ und „Schwedenschanze“ bezeichnet werden. Er fand dort Urnen mit Leichenbrand, die an das Naturalienkabinett der Universität Greifswald abgegeben wurden. Man nannte den Krüger May fortan „Pottkrüger” (niederdeutsch pott = Topf). Gemeint sind hier die Urnen. Der Krug hieß fort an „Pottkrug“. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde 1748 dieser Krug, das Forsthaus und einige Katen von Weitenhagen abgetrennt. Der neu entstandene Ort erhielt analog zu den zahlreichen Ortsnamen der Umgebung mit „- hagen” den 1736 erstmalig erwähnten Namen Potthagen.
In einem Gräberfeld der älteren Eisenzeit grub der Greifswalder Jurist Christian Nettelbladt 1727 auf eigene Kosten 35 Urnen, einen kupfernen Kessel und Beigaben aus. Dann übernahm die Universität alle weiteren Forschungsgrabungen, bei denen insgesamt 150 Urnen gefunden worden sind. Die Fundstelle soll etwa Kanonschussweite (ca. 650m) von Weitenhagen entfernt auf einem erhöhten Sandrücken gelegen haben. Es besteht deshalb auch die Möglichkeit, dass der Name Potthagen von diesen zahlreichen „Töpfen“ = „Pötte” hergeleitet ist.
Das Gräberfeld ist insoweit interessant, dass Waffenbeigaben (2 Schwerter, 2 Lanzenspitzen und 1 Schildbuckel) zu Tage gekommen sind, die sonst in westgermanischen Gebieten spärlich zu finden sind.
Im 19. Jahrhundert bauten sich zahlreiche Kleinsiedler an, so daß der Ort 1865 schon 18 Wohnhäuser, 2 Fabrikgebäude und 34 Wirtschaftsgebäude hatte mit insgesamt 281 Einwohner. Nach 1900 schlossen sich die Kleinpächter der Pächtergenossenschaft in Weitenhagen an.
(Quelle: „Greifswald und seine Umgebung”, Stadtarchiv Greifswald, HB 2.3.4.6.9.)

Straße „Zur Schwedenschanze“

Wie der Enkel vom Bäckermeister Hugo Herzfeld (1881-1961), Hans – Joachim Hoffmann berichtete, gehörte Herrn Herzfeld eine Windmühle. Heute gibt es die Straße „Zum Mühlenberg“. Mit der Elektrifizierung der Orte um 1910, baute er die sogenannte Motormühle.

Windmühle um 1910 (Foto von Hertzfeldt/Hoffmann) und Motormühle 2012

 

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Potthagen

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Potthagen: 54.051021, 13.401528

 

Viele Informationen dieser Seite wurden der Dorfchronik (Nykamp, Hendrik (2006): Geschichtliches über Weitenhagen, Eine Chronik – Von der Vorzeit bis zur Gegenwart.) und den Fortsetzungen und Ergänzungen der Chronik von Ronald Gothe entnommen.