Söllkensee

Der Söllkensee entstand im 19. Jahrhundert durch die Torfgewinnung in „Küsterbäcks Moor“, einer Schmelzwasserrinne der Greifswalder Endmoräne. Er ist heute ein Flächennaturdenkmal und Laichgewässer für Erdkröte und Moorfrosch. Im nordöstlichen Teil ist der neue Verlandungsprozess gut erkennbar. Hier hat sich ein Wollgras-Torfmoor gebildet, welches zum Teil mit Moorbirken bewaldet ist (bot.: Scheidenwollgras-Torfmoos-Gesellschaft, Eriophoro-Sphagnetum recurvi).

Verlandungsgebiet

Im offenen Wasserbereich ist das schwimmende Laichkraut (Potamogeton natans) zu entdecken.

Der Name des Söllkensees leitet sich wohl aus dem Wort „Soll“ ab, welches eiszeitliche Toteislöcher im norddeutschen Tiefland beschreibt und hier wohl etwas weiter gefasst für eine kleine Wasserfläche verwendet wurde. Ursprünglich nannten die Einheimischen den See „dat Sülkenmuur“ und er entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Anziehungspunkt für Erholungssuchende, die insb. mit der Kleinbahn von Greifswald anreisten. Der Legende nach ging ein alter Geheimrat aus Charlottenburg hier spazieren. Angetan von dem Ort schlug er dem Inhaber der Gastwirtschaft in Potthagen vor, Wegweiser vom Dorf zum See aufzustellen und so den Ausflugsgästen die Schönheit der Gegend zu zeigen. Allerdings – so die Legende weiter – erschien dem alten Geheimrat der Name „Sülkenmuur“ zu abschreckend, zu morastig. Und so wurde aus dem „Sülkenmuur“ der Sölkensee. Heute sind beide Namen – Sölkensee und Söllkensee – gebräuchlich.

Nördlich des Söllkensees befindet sich die Plagens-Linde. Man erzählt, dass der Forsthegemeister  Plagens 1933 diesen Baum pflanzte und nebenan eine Bank errichtete, um hier seinen Ruhestand zu genießen.

Plagenslinde

Sehr interessant ist, dass der See von vielen Moorfröschen bewohnt wird. Zur Paarungszeit entwickeln die Männchen für wenige Tage eine intensive Blaufärbung.

Moorfrösche im Söllkensee
Moorfrosch im Söllkensee

Auch heute zieht der Söllkensee viele Erholungssuchende aus der Gemeinde, aber auch aus Greifswald an. Und auch wenn die letzten Winter zu mild waren, um die legendären Eishockeyspiele der Weiten- und Potthäger gegeneinander auf dem See zu ermöglichen, ist er zu allen Jahreszeiten einen Besuch wert.

Söllkensee im Winter

 

Söllkensee im Herbst
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Söllkensee

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Sölkensee: 54.042895, 13.416887

 

[Die Legende zur Namensgebung ist erörtert in: Schultz, Karl (2014): Heimatgeschichte von Weitenhagen. Eine Chronik. Überarbeitet und ergänzt von Helmut Dietrich].